US-Mauschelei um iranischen Abschuss der 170-Millionen-Drohne

US-Mauschelei um iranischen Abschuss der 170-Millionen-Drohne
Für den Iran ist der Fall klar: Die US-Überwachungsdrohne Global Hawk ist in den iranischen Luftraum eingedrungen und wurde deshalb abgeschossen. Die US-Armee behauptet aber, die Drohne sei lediglich über „internationalem Luftraum“ gewesen, als es zum Abschuss kam.

Die Reaktion der USA auf den Abschuss einer 176 Millionen US-Dollar teuren Überwachungsdrohne RQ-4A Global Hawk war die eines verwundeten Raubtiers. Man war überrascht, wütend und sann auf Rache. Überrascht, weil man es nicht für möglich gehalten hat, dass die in einer Höhe von bis zu 60.000 Fuß (18 Kilometer) fliegende Drohne vom Iran überhaupt getroffen werden

Die regimenahen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars berichten, die Revolutionswächter hätten die Drohne mit mobilen Luftabwehrraketen vom Typ „Dritter Khordad“ vom Himmel geholt. Das System hat eine Reichweite von 105 Kilometern und kann Ziele bis in einer Höhe von mehr als 25 Kilometern treffen. Die unbewaffnete US-Drohne hat eine maximale Flughöhe von rund 19 Kilometern.

Das US-Militär bestätigte den Abschuss. Sprecher Bill Urban sagte, die unbemannte Drohne habe sich – anders als von Teheran behauptet – im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus bewegt. Urban zufolge wurde die Drohne ungefähr um 3.35 Uhr Ortszeit abgeschossen – eine halbe Stunde früher als von Teheran angegeben. Die US-Armee nannte den Abschuss einen „grundlosen Angriff“.

Bereits im Dezember 2011 hatten die Iraner eine US-Spionagedrohne im Westen Afghanistans abgefangen. Damals war es den Revolutionswächtern offenbar gelungen, die RQ-170 „Sentinel“ mit einem Cyberangriff unter ihre Kontrolle zu bringen und zur Landung zu zwingen. Das war nicht nur ein Propagandaerfolg für das iranische Regime, das Spielzeugnachbildungen der Drohne auf den Markt brachte. Die Revolutionswächter schafften es auch, Daten der Drohne zu dekodieren und gelangten so an Geheimdienstinformationen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA.

Vor allem aber bauten die Iraner das „Biest von Kandahar“, wie die Drohne bald genannt wurde, nach. Inzwischen setzen den IRGC selbst Duplikate der RQ-170 ein. So drang eine iranische Drohne dieses Typs im Februar 2018 in den israelischen Luftraum ein und wurde abgeschossen.

Das unterstreicht die Brisanz des Abschusses vom Mittwoch: Sollte es den Iranern gelingen, das Drohnenwrack zu bergen, könnte sich das als Schatz für die Feinde der USA erweisen.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-abschuss-einer-us-drohne-treibt-donald-trump-in-die-enge-a-1273423.html

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/89403-iranisches-militar-veroffentlicht-video-vom/

Wie wütend die US-Regierung war, zeigte die Reaktion von Präsident Donald Trump. „Der Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht!“, twitterte Trump.

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

Iran made a very big mistake!

Der Druck von Kriegstreibern wie seinem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton, Außenminister Mike Pompeo und CIA-Chefin Gina Haspel haben laut New York Times dazu geführt, dass Trump als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte den Befehl für einen Vergeltungsangriff auf iranische Militärziele erteilt hatte. Das war der Impuls nach Rache. Doch der Angriff wurde ziemlich schnell abgebrochen: Offensichtlich konnten die Militärs den US-Präsidenten davon überzeugen, dass die Konsequenzen unkalkulierbar wären und die USA nicht über genügend Truppen in der Region verfügen, um militärisch auf iranische Reaktionen zu antworten. Offiziell erklärte Trump, dass ein Militärschlag „nicht verhältnismäßig“ gewesen wäre, weshalb er die Luftschläge stoppen ließ.

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

….On Monday they shot down an unmanned drone flying in International Waters. We were cocked & loaded to retaliate last night on 3 different sights when I asked, how many will die. 150 people, sir, was the answer from a General. 10 minutes before the strike I stopped it, not….

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

….proportionate to shooting down an unmanned drone. I am in no hurry, our Military is rebuilt, new, and ready to go, by far the best in the world. Sanctions are biting & more added last night. Iran can NEVER have Nuclear Weapons, not against the USA, and not against the WORLD!

Dass sich die riesige Überwachungsdrohne mit einer Flügelspannweite von fast 40 Metern und mit hochauflösenden Kameras, Sensoren und Radars auf einem Missionsflug befand, darüber kann kein Zweifel bestehen. Es ist schließlich Sinn und Zweck dieser Drohne, genau das zu tun. Hinzu kommt, dass die Global Hawk von einem bemannten P-8 Poseidon-Spionageflugzeug begleitet wurde und die iranische Armee die USA zweimal davor gewarnt hat, dass das Spionageflugzeug den Kurs ändern soll, wie der Chef Luftstreitkräfte des Revolutionsgarden, Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, dem iranischen Staatsfernsehen gesagt hat. Nachdem die Warnungen ignoriert wurden, wurde als Warnung der Befehl zum Abschuss der Drohne gegeben.

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Tasnim News Agency

@Tasnimnews_EN

’s purpose by shooting down the drone was to warn the „ terrorist forces“ as it could also target an P-8 military aircraft that was flying next to MQ-4C drone, but it didn’t: Brigadier General Hajizadeh

Die Frage, die sich aufdrängt, ist aber die: Hat der Iran eine Aggression begangen und die US-Drohne außerhalb seines Luftraums abgeschossen, wie es das US-Militär behauptet? Oder war die Global Hawk in den iranischen Luftraum eingedrungen und somit ein legitimes militärisches Ziel, worauf die Iraner beharren?

Das US Central Command (CENTCOM) bleibt bei der Aussage, dass der Abschuss im „internationalen Luftraum“ passiert sei und die Drohne „zu keiner Zeit iranischen Luftraum verletzt“ habe.

U.S. Central Command

@CENTCOM

The ISR Flight path and grid plots for the RQ-4A shot down by Iran in the Strait of Hormuz. “This was an unprovoked attack on a U.S. surveillance asset that had not violated Iranian airspace at any time …” – Lt Gen Joseph Guastella, @USAFCENT

Betrachtet man aber die Aufteilung der Lufträume der Region, der sogenannten „Flight Information Regions“ (FIR) auf der Karte der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), dann spricht einiges dafür, dass die Iraner Recht haben.

US-Mauschelei um iranischen Abschuss der 170-Millionen-Drohne

Aufteilung der nationalen Lufträume (FIRs) im Mittleren Osten auf einer Karte der ICAO

Ebenso wie die NOTAM-Meldung („Notice to Airmen“, dringende Anordnungen und Informationen zur Durchführung von Flügen) vom 21. Juni, die zum Verbot für Überflüge des iranischen Luftraums über dem Persischen Golf und des Golfs von Oman durch die US-Luftaufsichtsbehörde geführt hat. OpsGroup, eine Organisation, die sich für das bessere Verständnis der eher trockenen NOTAM-Meldungen einsetzt, illustriert anhand verschiedener Quellen die Situation zum Zeitpunkt des Abschusses der US-Drohne. Auch sie kommt zum Schluss, dass sich die Global Hawk im iranischen Luftraum befand.

Mehr zum Thema – Iran präsentiert Wrackteile der abgeschossenen US-Spionagedrohne RQ-4 Global Hawk

US-Mauschelei um iranischen Abschuss der 170-Millionen-Drohne

Situation zum Zeitpunkt des Abschusses der US-Drohne über iranischem Luftraum

Mehr zum Thema – Iran veröffentlicht Video vom Abschuss der US-Drohne

 

Iran: Neben Drohne drang auch US-Spionageflugzeug mit 35 Soldaten an Bord in unseren Luftraum ein

Iran: Neben Drohne drang auch US-Spionageflugzeug mit 35 Soldaten an Bord in unseren Luftraum ein

Ein Standbild aus einem Überwachungsvideo des US-Militärs, welches zeigen soll, wie eine US-Drohne über der Straße von Hormus am 20. Juni 2019 abgeschossen wird – Handout des US-Verteidigungsministeriums
Der Kommandeur der Luftstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden, Amirali Hajizadeh, hat erklärt, dass der Abschuss der US-Drohne erst nach mehrmaliger Warnung, den iranischen Luftraum zu verlassen, erfolgte, und die Drohne zudem von einem US-Spionageflugzeug begleitet wurde.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat der Brigadegeneral und Kommandeur der Luftstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden öffentlich erklärt, dass die am 20. Juni abgeschossene Drohne mehrmals aufgefordert wurde, den iranischen Luftraum zu verlassen, bevor sie, nachdem die US-Seite nicht auf die Warnungen reagiert hatte, von der iranischen Luftabwehr vom Himmel geholt wurde.

Mehr zum Thema – Medienberichte: Trump hatte Luftschläge gegen Iran freigegeben

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Tasnim News Agency

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’s purpose by shooting down the drone was to warn the „ terrorist forces“ as it could also target an P-8 military aircraft that was flying next to MQ-4C drone, but it didn’t: Brigadier General Hajizadeh

Hajizadeh führte in diesem Zusammenhang aus, dass selbst unbemannte Drohnen, wie die MQ-4C, die am Donnerstag abgeschossen wurde, über Systeme verfügen, um Warnungen und andere Kommunikationen an ihre Betreiber in Tausenden von Kilometern Entfernung in den Vereinigten Staaten weiterzugeben:

Dieses Fluggerät besitzt ein System, das es ihm ermöglicht, die Signale und Informationen, die es empfängt, an sein eigenes Zentralsystem weiterzugeben. Leider sahen wir uns, als die US-Amerikaner nicht antworteten und unsere Luftabwehrkräfte um 3:55 Uhr eine zweite Warnung verschickten und die Drohne und das Spionageflugzeug trotzdem immer näherkamen und keine Änderung ihrer Flugbahn vornahmen, um 4.05 Uhr gezwungen, es [die Drohne] bei Eintritt in unseren Luftraum abzuschießen.“

Auch AFP zitiert den Brigadegeneral mit den Worten: „Zwei Mal haben wir Warnungen verschickt“.

Hajizadeh lenkte das Augenmerk zudem auf die Tatsache, dass der Hauptgrund für den Abschuss der Drohne darin bestand, das US-amerikanische Spionageflugzeug P-8, welches die Drohne begleitete, zu zwingen, Kurs zu ändern. Dabei gab er zu verstehen, dass die iranischen Streitkräfte bewusst davon Abstand nahmen, auch das bemannte Flugzeug abzuschießen.

Mehr zum Thema – Iran erhielt Nachricht von bevorstehendem Angriff über Nacht

In diesem Zusammenhang erklärte er weiter, dass sich etwa 35 Personen an Bord der P-8 befanden, allerdings nannte er keine weitere Quelle für die Zahl. Sie entspricht aber ungefähr der personellen Gesamtauslastung von US-Spionageflugzeugen diesen Typs.

Iran: Neben Drohne drang auch US-Spionageflugzeug mit 35 Soldaten an Bord in unseren Luftraum ein

Das US-Spionageflugzeug P-8

Während der Iran am Freitagnachmittag Wrackteile der US-Drohne präsentierte, insistierten die USA auf ihrer Darstellung, dass das unbemannte Flugobjekt im internationalen Luftraum abgeschossen wurde.

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Tasnim News Agency

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Aufschlussreich im Tweet des US-Central Command ist der Aspekt, dass im Text von „internationalem Luftraum“ die Rede ist, in der angehängten Grafik, die als Beweis dienen soll, aber nicht von Luftraum, sondern ausschließlich von „Hoheitsgewässern“ die Rede ist:

U.S. Central Command

@CENTCOM

The ISR Flight path and grid plots for the RQ-4A shot down by Iran in the Strait of Hormuz. “This was an unprovoked attack on a U.S. surveillance asset that had not violated Iranian airspace at any time …” – Lt Gen Joseph Guastella, @USAFCENT

US-Drohne abgeschossen: Trump bricht Angriff ab – Iran strebe „Eskalation“ des Konflikts an

Die mutmaßlichen Überreste einer abgeschossenen US-Drohne werden von der iranischen Revolutionsgarde präsentiert.

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Die mutmaßlichen Überreste einer abgeschossenen US-Drohne werden von der iranischen Revolutionsgarde präsentiert.
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Der Iran hat am Donnerstag eine US-Drohne abgeschossen. Donald Trump hatte offenbar einen Militärschlag befohlen und ihn kurz darauf wieder abgeblasen.

  • Die iranischen Revolutionsgarden haben eine US-Drohne des Typs „Global Hawk“ abgeschossen.
  • Wie US-Medien berichten, sei die Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen worden.
  • Teheran bezichtigt die US-Regierung nun der Lüge. Die Spannungen zwischen dem Iran und der USA dürften sich drastisch verschärfen.
  • US-Präsident Trump erwog offenbar eine rasche Vergeltungsaktion.

+++AKTUALISIEREN+++

19.15 Uhr: Nachdem die USA einen Angriff auf den Iran kurzfristig abgebrochen hat, bespricht Präsident Trump nun mit dem saudiarabischen Kronprinzen die „Bedrohung durch den Iran“. Davon berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Gespräch gehe es laut dem Weißen Haus darum, dass die iranische Führung eine „Eskalation“ des Konflikt anstrebe. Auch der Kronprinz glaube demnach an die Schuld Teherans an der aktuellen Krise. Er habe versichert, dass sein Land keinen Krieg in der Region wolle. Er werde aber nicht zögern, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volkes, unserer Souveränität, unserer territorialen Unversehrtheit und unserer zentralen Interessen“ vorzugehen.

Iran: US-Drohne abgeschossen – Vereinte Nationen schalten sich ein

18.44 Uhr: Nach Angaben von Diplomaten haben die USA nach dem Drohnen-Abschuss im Iran eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Dieses Treffen solle am Montag hinter verschlossenen Türen stattfinden, so die Vereinten Nationen in New York. Dabei sollen die „jüngsten Spannungen“ im Iran besprochen werden.

16.05 Uhr: Ein Berater des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani hat eine Verbindung zwischen den Wirtschaftssanktionen und einem möglichen Golfkrieg gezogen. Wenn die Welt keinen Krieg wolle, sollte sie etwas gegen den Ausstieg der USA aus dem Atomdeal und die gegen sein Land verhängten Sanktionen unternehmen, schrieb Hesameddin Ahsena am Freitag auf Twitter. „Die Amerikaner sollten wissen, dass dies zwei Seiten derselben Münze sind.“

US-Drohne abgeschossen: Trump bricht Angriff auf Iran ab – jetzt ist der Grund bekannt

15.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat einen Militärschlag gegen den Iran nach eigenen Angaben wegen der befürchteten Todesopfer in letzter Minute abgesagt. Die vom US-Militär erwarteten 150 Toten wären im Vergleich zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran „unverhältnismäßig“ gewesen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Die US-Streitkräfte seien am Donnerstagabend bereit zum Angriff auf drei verschiedene Ziele gewesen, „als ich gefragt habe, wie viele sterben werden. 150 Menschen, Sir, war die Antwort eines Generals. Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt.“

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

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Donald J. Trump

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Trump machte keine Angaben dazu, welche Ziele angegriffen werden sollten. Der US-Präsident schrieb weiter: „Ich habe keine Eile.“ Das US-Militär sei einsatzbereit „und mit Abstand das beste in der Welt“. Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zeigten Wirkung. Er betonte: „Der Iran kann NIE Atomwaffen haben.“ Trump verteidigte erneut seinen einseitigen Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran und kritisierte seinen Amtsvorgänger Barack Obama dafür, den Vertrag mit Teheran abgeschlossen zu haben.

Nach Abschuss von US-Drohne: Merkel besorgt über Iran-Krise

14.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich besorgt über die Iran-Krise geäußert. Es handele sich um eine „sehr angespannte Situation“, die auf diplomatische und politische Weise gelöst werden müsse, sagte Merkel am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. Am Rande des Gipfels hätten die außenpolitischen Berater die Lage besprochen.

13.25 Uhr: Die Bundesregierung hat eindringlich dazu aufgerufen, den derzeitigen Konflikt am Persischen Golf auf friedlichem Wege beizulegen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz sagte am Freitag in Berlin, man wolle in diesem Sinne auf alle beteiligten Seiten einwirken – insbesondere auf den Iran.

Nach Einschätzung der Bundesregierung wolle US-Präsident Donald Trump eine kriegerische Auseinandersetzung vermeiden, sagte Fietz. Das sei zu begrüßen. Über mögliche Kontakte der Bundesregierung in diesem Konflikt – insbesondere über mögliche Vorwarnungen der USA – wollte sie nichts sagen. Auch wollte sie das Regierungshandeln Washingtons nicht kommentieren.

Iran: Fluggesellschaften reagieren auf Abschuss von Drohne

11.50 Uhr: Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird vorläufig nicht mehr über die Straße von Hormus im Persischen Golf fliegen. Die Entscheidung sei nach dem Abschuss einer amerikanischen Drohne über dem Iran gefallen, erklärte die Fluggesellschaft am Freitag in Amsterdam. „Sicherheit hat für uns die höchste Priorität.“ Zuvor hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA ein Flugverbot für in den USA registrierte Flugzeuge über dem Persischen Golf verhängt.

Auch die Lufthansa hat Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Bereits am Donnerstag sei entschieden worden, die Straße von Hormus im Persischen Golf zu umfliegen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Am Freitag habe man nun beschlossen, den Bereich auszuweiten. Teile des iranischen Luftraums würden aber noch überflogen und auch die Landeshauptstadt Teheran werde angesteuert.

10.30 Uhr: Über die aktuelle Lage im Iran wurde auch bei Markus Lanz diskutiert. Zu Gast war der Publizist, Politik- und Islamwissenschaftler Michael Lüders. Er zeichnete ein düsteres Bild: Laut ihm sei ein Krieg unvermeidbar.

Iran informiert UN-Sicherheitsrat und will konsequent reagieren

9.25 Uhr: Der Iran hat die Vereinten Nationen und speziell den UN-Sicherheitsrat über die angebliche Verletzung seines Luftraums am Persischen Golf durch eine US-Drohne informiert. „Wir haben die UN informiert und dort gegen diesen eindeutigen und provokativen Verstoß der USA protestiert“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Freitag.

Der Iran wolle zwar keine weiteren Spannungen, werde aber auf Missachtung seiner Grenzen konsequent reagieren. „Wir hoffen, dass unsere Feinde solche Fehler nicht noch einmal begehen“, sagte der Sprecher im Interview des Staatssenders IRIB.

8.00 Uhr: Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran hat Teheran seine Darstellung bekräftigt, wonach das unbemannte Fluggerät den iranischen Luftraum verletzt habe. Teheran habe dafür „unstrittige“ Beweise, erklärte das iranische Außenministerium am Freitag nach einem Telefonat des stellvertretenden Außenministers Abbas Araghschi mit dem Schweizer Botschafter Markus Leitner. Einige Wrackteile seien aus iranischen Hoheitsgewässern geborgen worden, sagte Araghschi. Die Schweiz nimmt in Teheran die diplomatischen Interessen der USA wahr.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne vor der Küste des Landes abgeschossen. Teheran erklärte, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt. Washington weist diese Darstellung energisch zurück. Washington und Teheran streiten nun darüber, wo genau die Drohne abgeschossen wurde und veröffentlichen voneinander abweichende Koordinaten.

Video: Video zeigt Drohnenabschuss

Donald Trump befiehlt Angriff auf Iran – und bläst den Krieg dann doch wieder ab

Update vom 21. Juni, 6.19 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach einem Bericht der „New York Times“ zunächst Luftschläge gegen den Iran freigegeben, diese dann aber in der Nacht zum Freitag abrupt gestoppt. Bei der Militäraktion sollte es sich laut Bericht um Vergeltung für den Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch den Iran handeln. Die Operation sei bereits in ihrem Anfangsstadium gewesen, als sie abgeblasen worden sei, schrieb das Blatt am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsbeamten, der nicht namentlich genannt werden wollte. Flugzeuge seien bereits in der Luft und Schiffe in Position gewesen, es sei aber nicht geschossen worden.

Weshalb es zu dem Abbruch kam, sei zunächst nicht bekannt. Unklar sei außerdem, ob die Aktion lediglich verschoben wurde. Erwartet worden seien die Luftschläge am Donnerstagabend. Es seien Angriffe auf ausgewählte iranische Ziele geplant gewesen. Die „New York Times“ berichtete, dass es am Donnerstag zunächst heftige Diskussionen im Weißen Haus zwischen dem Präsidenten, seinen höchsten Sicherheitsberatern und Kongressspitzen gegeben habe.

Das Blatt bezieht sich auf Informationen von mehreren hochrangigen Regierungsbeamten, die entweder an den Diskussionen teilnahmen oder darüber informiert wurden. Weder das Weiße Haus noch das Pentagon wollten die Angriffspläne in der „New York Times“ kommentierten. Es habe aber keine Bemühungen gegeben, die Veröffentlichung des Artikel zurückzuhalten, hieß es.

Iran: Nach Abschuss von Drohne – USA betreibe „ökonomischen Terrorismus“ – News vom 20. Juni

19.00 Uhr: Nach dem Abschuss einer US-amerikanischen Drohne meldet sich nun der iranische Außenminister, Javad Zarif, zu Wort. Auf Twitter schreibt er, die USA betreibe „ökonomischen Terrorismus“ gegen den Iran und habe sich mit der Drohne definitiv nicht in internationalen Gewässern befunden. „Wir wollen keinen Krieg, aber wir werden unsere Luft, Gewässer und unser Land mit allen Mitteln verteidigen“, so Zarif weiter. Diese „neue Aggressionen“ würde der Iran nun vor die UN bringen und beweisen, dass „die USA über die internationalen Gewässer lügt.“

Javad Zarif

@JZarif

The US wages on Iran, has conducted covert action against us & now encroaches on our territory.

We don’t seek war, but will zealously defend our skies, land & waters.

We’ll take this new aggression to & show that the US is lying about international waters

3.806 Nutzer sprechen darüber

Währenddessen widerspricht der zuständige US-Luftwaffengeneral den Vorwürfen vehement, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Iranische Berichte, dass dieses Flugzeug über dem Iran abgeschossen wurde, sind kategorisch falsch“, so der General. Die Drohne sei 34 Kilometer vor der Küste des Irans abgeschossen worden.

17.51 Uhr: Die Zuspitzung des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise am Donnerstag auf Höhenflug geschickt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 64,61 US-Dollar. Das waren 2,79 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg bis zum späten Nachmittag um 3,22 Dollar auf 56,98 Dollar.

Abschuss von US-Drohne – Donald Trump: „Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht“

16.28 Uhr: Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran hat US-Präsident Donald Trump Vorwürfe gegen die Führung in Teheran erhoben. „Der Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht!“, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Zuvor hatten die US-Streitkräfte den Abschuss ihrer Drohne als „nicht provozierten Angriff“ verurteilt. Nach Angaben des US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, wurde die Drohne vom Typ „RQ-4A Global Hawk“ im internationalen Luftraum abgeschossen. Der Iran wirft den USA dagegen vor, das unbemannte Flugzeug sei in den Luftraum des Landes eingedrungen und deswegen abgeschossen worden.

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

Iran made a very big mistake!

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Iran schießt US-Drohne ab: Verschiedene Versionen zum Abschussort

Update, 14.35 Uhr: Die USA haben den Abschuss ihrer Drohne durch den Iran als „nicht provozierten Angriff“ verurteilt. „Iranische Berichte, dass das Flugzeug über dem Iran war, sind falsch“, teilte das US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, am Donnerstag mit. Das unbemannte Überwachungsflugzeug vom Typ „RQ-4A Global Hawk“ sei von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden, als es in der Nacht zum Donnerstag im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus operiert habe.

Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) war die US-Drohne dagegen bei Kuh-Mubarak in der Provinz Hormusgan in den iranischen Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. „Das war eine klare und konsequente Botschaft an diejenigen, die unsere Grenzen verletzen wollen“, sagte IRGC-Chef Hussein Salami. Außenamtssprecher Abbas Mussawi sagte: „Wir verurteilen aufs Schärfste diesen provokativen und aggressiven Akt und warnen eindringlich vor der Verletzung unseres Luftraums.“

Im iranischen Luftraum wurde eine US-Drohne abgeschossen (Symbolbild).

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Im iranischen Luftraum wurde eine US-Drohne abgeschossen (Symbolbild).

Update, 12.33 Uhr: Der Iran hat die angebliche Verletzung seines Luftraums am Persischen Golf durch eine amerikanische Drohne des Typs „Global Hawk“ verurteilt. „Wir verurteilen aufs Schärfste diesen provokativen und aggressiven Akt und warnen eindringlich vor der Verletzung unseres Luftraums“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Donnerstag. Der Iran mache ausschließlich den „Aggressor“ für die Konsequenzen solcher Handlungen verantwortlich, so der Sprecher laut Webportal des Außenministeriums.

Iran schießt US-Drohne über eigenem Luftraum ab – USA hat andere Geschichte

Update, 11.32 Uhr: Amerikanische Medien berichteten, US-Vertreter hätten den Abschuss einer US-Drohne durch die Iraner bestätigt. Der regierungsnahe Sender Fox News berichtete unter Berufung auf einen ungenannten US-Vertreter, eine Drohne des Typs „MQ-4C“ sei über dem Meer von einer iranischen Flugabwehrrakete abgeschossen worden. Die „MQ-4C“ ist eine Variante der „Global Hawk“ zur Aufklärung von Seegebieten und wird von der US-Marine eingesetzt. Dagegen sprach NBC unter Berufung auf einen US-Vertreter von einer „RQ-4“, der ursprünglichen Version der „Global Hawk“. Es sei ein nicht provozierter Angriff der Iraner gewesen.

Update, 9.13 Uhr: Wie der regierungsnahe US-Sender FoxNews berichtet, soll die Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen worden sein. Die Straße von Hormus ist eine Meerenge und gehört zum internationalen Luftraum. Sie verbindet den Persischen Golf (im Westen) mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean (im Osten).

Zuvor hatte die iranische Revolutionsgarde erklärt, dass sie eine US-Drohne des Typs „Global Hawk“ am Donnerstag im Luftraum über Kuh-Mubarak in der iranischen Provinz Hormusgan abgeschossen habe. Die Drohne sei in den iranischen Luftraum eingedrungen, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Pressemitteilung. Dem widerspricht NBC zufolge der Sprecher des US-Zentralkommandos, Bill Urban: „Keine US-Drohne war heute im iranischen Luftraum im Einsatz.“

Im Gespräch mit der Ippen-Digital-Zentralredaktion hatte sich ein Experte zuletzt besorgt über den Konflikt zwischen den USA und dem Iran gezeigt.

Iran schießt US-Drohne ab – Erstmeldung vom 20. Juni, 6.04 Uhr

Erstmeldung vom 20. Juni: Teheran – Die iranischen Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge eine US-Drohne abgeschossen. Eine amerikanische „Global-Hawk“-Drohne sei am Donnerstag in den iranischen Luftraum in Kuh-Mubarak in der Provinz Hormusgan eingedrungen und von den Revolutionsgarden abgeschossen worden, teilten die Revolutionsgarden in einer Presseerklärung mit. Die Provinz Hormusgan in Südiran liegt direkt am Persischen Golf und ist für Beobachter auch der eventuelle Schauplatz einer militärischen Konfrontation zwischen den beiden Erzfeinden.

Nach dem einseitigen Ausstieg der USA letztes Jahr aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran sind auch die Spannungen zwischen den beiden Ländern gewachsen. Im Mai hatte auch der Iran mit einem Teilausstieg aus dem Atomdeal begonnen und gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren. Über diese Straße am Persischen Golf werden fast zwei Drittel des globalen Ölexports verschifft. Außerdem vermuten die USA, dass der Iran hinter dem mysteriösen Angriff auf zwei Öltanker letzte Woche am Golf von Oman stecke. Teheran weist die Vorwürfe zurück. Die Sorgen vor einer militärischen Konfrontation sind deswegen noch einmal gestiegen.

Spannungen zwischen Iran und USA: „Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg“

Noch am Mittwoch hatte der iranische Sicherheitsrat (SNSC) erklärt, seiner Einschätzung nach werde es keinen Krieg zwischen dem Iran und den USA geben. „Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der USA, um politischen Druck auszuüben“, sagte SNSC-Sekretär Ali Schamchani der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Was die Amerikaner derzeit betrieben, sei ein „Wirtschaftskrieg“ gegen das iranische Volk, sagte Schamchani weiter. Die USA hofften, damit den Iran zu einer Kapitulation zu zwingen. Dies werde aber nicht passieren, fügte Schamchani hinzu.

In Europa herrscht auch eine völlig andere Auffassung zur US-Entscheidung, den Atomdeal mit dem Iran zu verlassen, als in den USA. Die EU, Deutschland, Großbritannien und Frankreich wollen das Abkommen unbedingt aufrechterhalten und möglichst weitere Absprachen darauf aufbauen.

Iran trifft sich mit 4+1 Gruppe

Am Mittwoch hatte der Iran für Ende nächster Woche ein Treffen der Partner des internationalen Atomabkommens in Wien angekündigt. Die Vizeaußenminister des Irans und der sogenannten 4+1 Gruppe – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – würden sich am 28. Juni in der österreichischen Hauptstadt treffen, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Nach Einschätzung von Beobachtern in Teheran könnte das Treffen die letzte diplomatische Chance für die Rettung des Atomdeals vor Ablauf des iranischen Ultimatums Anfang Juli sein.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte bekräftigt, dass die fünf verbliebenen Vertragspartner nur bis zum 7. Juli Zeit hätten, das Wiener Atomabkommen von 2015 vertragsgerecht umzusetzen. Sonst werde der Iran die zweite Phase seines Teilausstiegs aus dem Deal beginnen. Ruhani geht es insbesondere um die wirtschaftlichen Vorteile des Abkommens für den Iran, die nach dem Ausstieg der USA und den amerikanischen Sanktionen nicht mehr realisiert werden konnten.

In der zweiten Phase des Teilausstiegs will der Iran die Beschränkung der Urananreicherung aufheben und Uran höher anreichern als die im Abkommen vereinbarte Obergrenze von 3,67 Prozent. Das wäre nach Meinung von Beobachtern das Ende des Wiener Abkommens.

https://www.tz.de/politik/iran-trump-bricht-angriff-nach-drohnen-abschuss-ab-teheran-wolle-eskalation-zr-12560716.html

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