Sogar US-Verbündete stoßen im großen Stil Dollar-Reserven ab

Gold-Brücke-Dekoration während des Forums Belt and Road in Peking (Archiv)

20.06.2019

Natalja Dembinskaja

 

Der Dollar-Anteil an den internationalen Währungsreserven ist auf den tiefsten Stand seit Beginn des Jahrhunderts gefallen. Die Menge der US-Staatsanleihen in den Zentralbanken ist auf dem niedrigsten Stand in der Geschichte. Im April war unter den Spitzenreitern beim Ausverkauf der US-Treasuries der engste Verbündete der USA: Großbritannien.

 

Nach Angaben von 2018 entfallen auf US-Dollar 61,7 Prozent der Währungsreserven in verschiedenen Ländern. Das ist der niedrigste Wert seit den vergangenen 20 Jahren. Wie die Europäische Zentralbank in ihrem Bericht vom Juni betont, bleibt der Dollar weiterhin die globale Reservewährung, doch seine Führungsrolle ist deutlich geringergeworden.

 

Seit der globalen Finanzkrise 2008, als die Zentralbanken maximale Mengen an US-Dollar in ihren Reserven hatten, sank der Dollar-Anteil um sieben Prozentpunkte.

2019 wurden der Dollar und US-Staatsanleihen besonders intensiv von Schwellenländern veräußert.

 

Argentinien, China, Hongkong, Indien, Indonesien, Thailand und die Türkei verkauften Treasuries im Wert von fast 200 Milliarden Dollar. Die einen brauchten dringend Dollar in Cash, um die eigene Währung zu stabilisieren, die anderen verzichten auf Dollar-Aktiva wegen Konflikten mit Washington.

 

„Das Ziel vieler Länder ist, die Abhängigkeit vom US-Dollar als Antwort auf US-Sanktionsdrohungen zu verringern“, berichtet die führende türkische Zeitung „Sabah“. „In der Türkei ging das Portfolio mit US-Staatsanleihen auf ein Rekordtief zurück. Es wurde fast alles verkauft“.

 

Dass Industrienationen auf den Dollar verzichten, darunter traditionelle Verbündete der USA, ist ein neuer Trend. So baute Großbritannien im April den Anteil der US-Staatsanleihen gleich um 16,3 Milliarden Dollar ab.

 

Spitzenreiter ist dabei China – der größte ausländische Besitzer von US-Schulden (1,1 Billionen Dollar). Wegen des Handelskrieges befreite sich Peking im Laufe des Jahres von US-Treasuries im Wert von 60 Milliarden Dollar. Im April waren es allein 20 Milliarden Dollar, wobei die Vorräte auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren reduziert wurden.

 

Auch Japan, der zweitgrößte Kreditgeber der USA, verkauft US-Staatsanleihen im großen Stil– im April veräußerte Tokio US-Treasuries im Wert von 11,07 Milliarden Dollar.

 

Die Besorgnisse wachsen, dass China aus dem Klub der wichtigsten Kreditgeber der USA austreten will. Analysten zufolge ist dieses Szenario aber eher unwahrscheinlich. Denn in diesem Fall würde eine starke Abwertung der Obligationen den Chinesen einen größeren Schaden als den Amerikanern zufügen.
Laut Bloomberg-Informationen könnte Peking allerdings jederzeit seine Dollar-Reserven um einige Dutzend Milliarden reduzieren, um den Yuan-Kurs aufrechtzuerhalten. . .

 

Zu den aktivsten Verkäufern der US-Aktiva gehört Russland. Bereits 2010 beliefen sich die Einlagen der russischen Zentralbank in die US-Staatsanleihen auf mehr als 176 Milliarden Dollar. Seit 2014, mit Beginn des wachsenden US-Sanktionsdrucks, baute die russische Zentralbank das Portfolio ab. Anfang dieses Jahres besaß Russland lediglich US-Staatsanleihen im Wert von 14 Milliarden Dollar.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums befreite sich Russland im April von US-Staatsanleihen in Höhe von weiteren 1,6 Milliarden Dollar. Nun verfügt die russische Zentralbank über Treasuries in Höhe von 12,13 Milliarden Dollar – der niedrigste Wert seit 2007. Fast alle beim Verkauf erhaltenen Mittel wurden in Aktiva in Euro und Yuan angelegt. Umfassende Entdollarisierung

 

„Der Euro-Anteil an den Währungsreserven Russlands stieg auf 39 Prozent, der Dollar-Anteil sank auf 27 Prozent, der Yuan-Anteil stieg auf 17 Prozent“, heißt es im jüngsten Bericht der Europäischen Zentralbank.

 

Ähnlich gehen auch die Zentralbanken anderer Länder vor. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) verwies vor kurzem auf einen kontinuierlichen Rückgang der Bedeutung des US-Dollars und die wachsende Rolle von Euro, Yen und Yuan.

„Die Banken weltweit diversifizieren weiterhin die Reserven und kehren vom Dollar ab“, hieß es in der IWF-Übersicht der globalen Tendenzen.

 

Goldener Fallschirm

 

Parallel zur Abkehr vom US-Dollar häufen die Staaten zunehmend Gold an. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) ist die Goldmenge bei Zentralbanken im vergangenen Jahr um 651 Tonnen gestiegen – die höchste Zahl seit 1971, als die USA auf den Goldstandard verzichteten. Fast die Hälfte davon wurde von der russischen Zentralbank gekauft.

 

„Russland erreicht schnell Ergebnisse beim Versuch, die Struktur der Gold- und Währungsvorräte zu diversifizieren, wobei der Anteil der US-Aktiva abgebaut wird“, berichtet Bloomberg.

Momentan werden die Goldvorräte der russischen Zentralbank auf 2112 Tonnen im Wert von rund 87 Milliarden Dollar geschätzt. Das ist ein Rekordwert im postsowjetischen Russland. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Goldanteil an den russischen Währungsreserven von 3,5 auf 18,6 Prozent.

 

Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt, ist Gold „die härteste Währung der Welt“, die nur eine minimale natürliche Inflation aufweise. Zusätzlich sei das Edelmetall eine gute Absicherung gegen Schwankungen des Dollars. Daneben sei Gold äußerst liquide und höhere Goldreserven stärkten das Vertrauen der Investoren in den Rubel, so die Zeitung.

Kommt ein Goldverbot? Ökonomen klären auf

 

Der zweitgrößte Gold-Ankäufer ist China mit Vorräten in Höhe von 1853 Tonnen im Wert von 76 Milliarden Dollar. Ende des vergangenen Jahres steigerte Peking nach mehr als zwei Jahren Pause massiv seine Käufe, was zum Anstieg des Goldpreises auf den höchsten Wert seit sechs Monaten auf 1300 Dollar pro Unze führte.

 

Analysten zufolge ist Gold auch eine Absicherung gegen eine US-Insolvenz. China und Russland verstehen sehr gut, dass es den USA sehr schwerfallen wird, die Schuldverschreibungen zu tilgen, weshalb der Ankauf von Treasuries sinnlos ist. Der Zusammenbruch des Anleihenmarktes ist ziemlich wahrscheinlich, weshalb Moskau und Peking es vorziehen, in Gold zu investieren.

https://de.sputniknews.com/kommentare/20190620325274095-us-verbuendete-dollar-verzicht/

 

Warum China seine US-Bonds loswerden will und welche Folgen dies hätte

17.05.2019

Natalja Dembinskaja     

                                     

Die neue Runde des von Trump ausgelösten Handelskriegs gegen China hat dem Yuan stark zugesetzt. Die Importzölle für Waren aus Amerika werden erst in zwei Wochen erhöht, und Analysten warnen: Um eine weitere Abwertung des Yuans zu verhindern, könnte Peking auf eine starke Waffe zurückgreifen – den umfassenden Teilverkauf seiner US-Staatsanleihen.

Welche Folgen dieser Schritt für Washington haben könnte, erklärt Sputnik in diesem Beitrag.

 

Gescheiterte Hoffnungen

 

Der „Waffenstillstand“ im Handelskrieg zwischen Washington und Peking, auf den alle lange gewartet hatten, ist nie zustande gekommen. Noch Ende April hatten US-Präsident Donald Trump und sein Finanzminister beteuert, die Gespräche würden positiv verlaufen, aber Trumps jüngste Twitter-Beiträge haben alle diese Hoffnungen durchkreuzt.

China: Neue Beteiligung an der Weltpolitik – Bedrohung oder Chance für Stabilität?

Am 6. Mai, als der US-Staatschef sich auf Twitter äußerte, stürzten die chinesischen Börsenkurse um fünf Prozent ein. Und schon am 10. Mai setzte Washington seine Worte in Taten um: Die Importzölle wurden von zehn auf 25 Prozent erhöht. Davon sind Waren aus dem Reich der Mitte für insgesamt 200 Milliarden Dollar betroffen. Der Yuan wurde dadurch um 2,4 Prozent geschwächt – das war der Tiefpunkt seit Dezember 2018.

 

Am 14. Mai senkte die chinesische Zentralbank den Wechselkurs der nationalen Währung um 0,6 Prozent. Ein schwacher Yuan macht den Export (in US-Dollar) billiger, und dadurch bleiben chinesische Waren auf dem US-Markt auch bei höheren Importzöllen konkurrenzfähig. Aber der Import wird teurer, und zudem wird die Kapitalflucht aus der Volksrepublik intensiver. . .

Trumps riskanter Poker mit China: Schnelle Einigung unwahrscheinlich

 

Letzter Tropfen

 

Trump plant seinerseits weitere Importzölle für chinesische Waren für 325 Milliarden Dollar – de facto ginge es dann um den gesamten Export aus dem Reich der Mitte in die USA. Peking hätte jedoch eine radikale Antwort parat: die Kürzung seiner Anlagen in US-Treasuries.

 

Entsprechende Befürchtungen löste bereits der Twitter-Beitrag eines chinesischen Reporters aus, man würde in Peking den Verkauf von US-Staatsanleihen schon erwägen. Ein richtiger „Ausverkauf“ der US-Schuldverschreibungen wäre unwahrscheinlich (China hat solche Papiere im Wert von 1,13 Billionen Dollar), denn das würde eher Peking und nicht Washington schaden.

 

Allerdings könnten die Chinesen ihre Investitionen in US-Bonds reduzieren – um mehrere Dutzende Milliarden Dollar, und zwar nicht aus Rache, sondern nur um den Yuan-Kurs aufrechtzuerhalten, falls dieser einstürzen sollte.

So erklärt China der US-Wirtschaft den „Volkskrieg“

So hatten sie 2016 US-Wertpapiere für 188 Milliarden Dollar (fast 15 Prozent aller US-Staatsanleihen, die China damals hatte) verkauft, nachdem der Yuan vor dem Hintergrund einer intensiven Kapitalflucht sieben Prozent seines Wertes verloren hatte. Später wurden diese Wertpapiere teilweise zurückgekauft, aber im vorigen Jahr ging der „Ausverkauf“ erneut los. Insgesamt hat Peking sein Portefeuille von US-Staatsanleihen um 13,8 Prozent gekürzt.

 

Der Schaden des von Washington provozierten Handelskrieges für beide Seiten wird schon jetzt auf Milliarden Dollar geschätzt. Peking warnte wiederholt: Sollte das so weitergehen, müsste es die US-Bonds loswerden, und zwar ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen. . .

Handelskrieg zwischen USA und China: Deutscher Autobranche droht Zollspirale

Durch die Emission von Staatsanleihen kann Washington seine immer größeren Ausgaben finanzieren, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln, und die niedrigen Zinssätze aufrechterhalten.

„Falls die Chinesen sich für den Ausstieg aus den US-Staatsanleihen oder für eine wesentliche Kürzung ihres Anteils an diesem Markt entscheiden, würde in den USA eine Dysbalance entstehen. Washington verlässt sich viel zu stark auf die ausländischen Käufer seiner Treasuries“, so der Sender CNBC. „Der Verkauf von größeren Mengen der US-Staatsanleihen würde einen explosionsartigen Aufschwung der Zinssätze auslösen, und das würde der größten Wirtschaft der Welt sehr schaden.“

Peking werde in dieser oder jener Form auf die Unterstützung der US-Staatsschulden verzichten, glauben Experten des weltweit größten privaten Investmenthauses BlackRock. „Für das US-Finanzministerium könnte das sehr schlimme Folgen haben, wenn man das immer größere Haushaltsdefizit bedenkt. Am Ende würde die Staatskasse verlieren“, hatte BlackRock-Boss Laurence Fink zuvor erläutert.

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Ein „Ausverkauf“ der US-Staatsanleihen würde zu ihrer Abwertung und zu einem starken Anstieg ihrer Rentabilität führen, was sie für US-amerikanische Unternehmen und Verbraucher teurer machen würde. Am Ende würde sich das Wirtschaftswachstum verlangsamen.

 

Sollte darüber hinaus noch der Dollar einstürzen, würde das für die internationalen Märkte ein noch verheerender Schlag als die Weltwirtschaftskrise 2008 sein.

„Ob das Federal Reserve System die Zinssätze erhöhen und eine Rezession der US-Wirtschaft auslösen müsste, um das zusätzliche Angebot von Treasuries bei einer geringeren Nachfrage zu fördern, ist nur eine von vielen Fragen, die das Weiße Haus beantworten muss“, stellte Fink fest. „Aber vor allem müsste man daran denken, wer der neue Käufer der US-Staatsschulden werden könnte.“

„Der ‚Ausverkauf‘ der Treasuries ist tatsächlich Pekings stärkste Waffe“, stimmte Sung Won Sohn, Wirtschaftsprofessor an der US-amerikanischen Universität Loyola Marymount und Leiter von SS Economics, zu. „Die Chinesen könnten in der Konfrontation mit den USA darauf zurückgreifen. Und sollte sich die Situation weiter zuspitzen, wird es dazu auch kommen.“ https://de.sputniknews.com/kommentare/20190517324987017-china-us-bonds-verkauf/

 

Geheimes Treffen: Schmiedet US-Elite an neuer Weltwirtschaftskrise?

Die Amerikaner machen also nicht nur kein Hehl aus der Aggressivität ihres Finanzsystems, sondern bringen auch ihre Besorgnisse darüber zum Ausdruck, dass ihre Gegner ihre Dollar-Abhängigkeit loswerden wollen.

 

In letzter Zeit haben die Adepten von Pax Americana die Maxime „Mit dem Dollar-System gibt es keine Probleme“ zum Teil aufgegeben und behaupten in Interviews so etwas wie: „Das Dollar-System ist zwar tatsächlich eine Art Peitsche, aber Ihr könnt ihr nicht entgehen und müsst deshalb die Stiefel der Amerikaner putzen“. Solche Signale kann man in zahlreichen internationalen Medienberichten bemerken, in denen statistische Angaben zum internationalen Handel oder zu Transaktionen durch das SWIFT-System angeführt werden, um zu zeigen, dass weder der Euro noch der Yuan noch das Gold eine richtige Konkurrenz für die US-Währung werden können. Das ist ein guter Propagandatrick, aber kaum tauglich aus der Sicht der Wirtschaftstheorie.

 

Die Situation um Alternativen für den Dollar im Welthandel lässt sich nicht als Beispiel für eine normale Marktkonkurrenz betrachten. Sie lässt sich auch nicht aus der Sicht solcher Aspekte wie „Marktanteil“ oder „Vorlieben der Verbraucher“ bewerten. Man kann die Situation mittels eine Metapher beschreiben: Man stelle sich ein Land vor, das von Lebensmittellieferungen aus einem anderen Land abhängt, das sich aber unfreundlich verhält. Wenn es keine Alternativen gibt, kann der Lieferant seinen Kunden quasi erpressen, denn die einzige Alternative für seine Lebensmittel wäre Hunger. Und jetzt stelle man sich vor, dass auf dem Markt ein alternativer Lieferant entstanden ist, dessen Angebot aber gering und zudem teuer ist.

Es ist offensichtlich, dass ein solcher zweiter Lieferant unter normalen Konkurrenzbedingungen keine Chancen hätte, einen größeren Marktanteil an sich zu ziehen. Aber allein die Tatsache, dass es ihn gibt, würde die Perspektive für Erpressung mit dem möglichen Hunger beseitigen und das ganze System der Beziehungen zwischen dem Opfer und dem Erpresser, das es bisher gab, zerstören.

 

Mit dem Dollar-System ist die Situation im Grunde dieselbe. Um dem Dollar „die Zähne auszuschlagen“, braucht man keinen vollwertigen Ersatz. Es genügt ja, dass andere Währungen und Handelssysteme entstehen, die den Ländern, die Washington unter Druck setzt, den Außenhandel und Finanzaktivitäten selbst im Falle von US-Sanktionen ermöglichen würden.

 

Und gerade wegen dieser Risiken sind amerikanische Experten und Medien über die Versuche der Europäischen Union, Chinas, Russlands und sogar Indiens beunruhigt, eigene Handelssysteme zu bilden, die nicht an den Dollar gebunden wären.

Warum China seine US-Bonds loswerden will und welche Folgen dies hätte

„Die Verbündeten der USA wollen die US-Kontrolle über den internationalen Handel schwächen und arbeiten an alternativen Systemen, die von der US-Währung unabhängig wären“, schrieb das „Wall Street Journal“. „Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben sich gegen die Sanktionen ausgesprochen, die das Verbot von Dollar-Transaktionen mit iranischen Banken vorsehen. Somit justieren sie das System so, dass ihre Unternehmen mit dem Iran ohne Dollar handeln könnten.“

„Der Iran ist ein langjähriger Handelspartner Indiens, und Indien will iranisches Öl kaufen“, so das “Wall Street Journal” weiter. „Indien setzt ein ähnliches alternatives System seit November ein, und laut Handelsberichten verwenden internationale Unternehmen es schon für den Handel mit iranischen Unternehmen, für die die Sanktionen nicht gelten. China und Russland, die ebenfalls die US-Kontrolle loswerden wollen, bringen ihre eigenen Alternativen für das globale System der Banküberweisungen voran, das die USA de facto kontrollieren, und wickeln Deals in Yuan und Rubel statt Dollar ab.“

 

Viele Länder, die unter den US-Sanktionen oder dem diplomatischen Druck Washingtons in dieser oder jener Hinsicht leiden mussten, wollen die US-Währung nicht mehr nutzen. Europäische, chinesische und russische Beamte und Unternehmen freunden sich Schritt für Schritt mit dem Gedanken an, dass sie das Dollar-System unbedingt umgehen müssen und dass es für diese Strategie keine Alternativen gibt.

 

Besonders scharf ist der Kampf um die finanzielle Souveränität in der Europäischen Union, wo die Anwärter auf den Posten des EZB-Chefs sich für die Idee der Internationalisierung des Euros und der Verteidigung der EU gegen den Dollar-Druck engagieren.

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Während die aktuelle EZB-Führung die Bemühungen der EU-Kommission (und insbesondere des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker) um die Erweiterung des Euro-Einsatzes innerhalb der Alten Welt faktisch sabotierte und darauf bestand, dass „der Markt alles entscheiden sollte“, könnte sich Mario Draghis Nachfolger an der EZB-Spitze durchaus als „Euro-Nationalist“ entpuppen. Die „Financial Times“ berichtete überrascht, dass der gegenwärtige Präsident der Zentralbank Frankreichs, Francois Villeroy de Galhau, erklärt hat: „Man kann erwarten, dass die EZB von ihrer bisherigen neutralen Position abrücken und einen positiveren Ton in Bezug auf die internationale Expansion des Euros wählen wird.“

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Er plädiert für durchaus pragmatische Schritte: „Die praktische Tagesordnung für die Entwicklung der internationalen Rolle des Euros stimmt immer mehr damit überein, eine richtige (europäische) Vereinigung der Kapitalmärkte zu fördern – bei der Entwicklung von vollständig unifizierten europäischen Zahlungssystemen, integrierten Kapitalmärkten und mit der möglichen Gründung eines in Euro denominierten sicheren Aktivs.“ Mit dem „sicheren Aktiv“ wird wohl eine Alternative für US-Staatsanleihen gemeint – so etwas wie EU-Staatsanleihen also.

 

Russland baut erneut Investitionen in US-Staatsanleihen ab

Natalja Seliwerstowa

18.03.2019

 

Russland hat im Januar 2019 laut den jüngsten Angaben des US-Finanzministeriums seine Anlagen in amerikanischen Wertpapieren reduziert. Im Januar 2019 umfassten demnach die russischen Investitionen in die amerikanischen Staatsanleihen 13,180 Milliarden US-Dollar. Das ist um 36 Millionen US-Dollar weniger als im vergangenen Monat.

 

Dabei flossen 6,322 Milliarden in die langfristigen und 6,858 in die kurzfristigen Staatsanleihen.

 

China verfügt über ein Paket von US-Staatsanleihen im Wert von 1,127 Billionen US-Dollar und belegt somit den ersten Platz. Darauf folgen Japan (1,07 Billionen US-Dollar) und Brasilien mit 305,1 Milliarden US-Dollar.

 

2018 war berichtet worden, dass Russland seine Anlagen in US-Schatzpapieren mindestens um ein Drittel reduziert habe und damit nicht mehr auf der Liste der größten ausländischen Besitzer von US-Staatsanleihen stehe.

Im April 2018 hatte Russland Wertpapiere des US-Finanzministeriums im Wert von 47,5 Milliarden Dollar verkauft und rutschte somit vom 16. auf den 22. Platz auf der Liste ab. Im März 2018 hatte Russland über amerikanische Staatsanleihen im Wert von 96,1 Milliarden US-Dollar verfügt.

Vor elf Jahren begann Moskau, erheblich in US-Staatsanleihen zu investieren. Der Höchstwert von 176,3 Milliarden Dollar wurde im Oktober 2010 erzielt.

https://ticdata.treasury.gov/Publish/mfh.txt

 

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